Einladung zum Streuobstwiesenfest in Ochsenhausen

 

 

30.4.17.5

 

 Picknick in der Streuobstwiese

Am Vatertag laden die drei Naturschutzverbände - BUND, NABU und das Netzwerk der Fachwarte - alle Naturliebhaber, Wanderer, Radler und natürlich alle Bewohner von Ochsenhausen und Umgebung ein, in der Streuobstwiese hinter dem ehemaligen Ochsenhauser Krankenhaus den Frühling zu feiern. Das Streuobstwiesenfest am 10. Mai startet um 13 Uhr und endet um 17 Uhr. Wer mag, bringt Decke und Picknickkorb mit und genießt den Nachmittag unter den blühenden Obstbäumen. Außer Kaffee, Kuchen und Getränke gibt's Sensen-Mähen, eine spielerische Kinderführung zum Thema Insekten, ein Kinderbastelprogramm und viele Infos zu unseren sechsbeinigen Bestäubungshelfern und unserer Naturschutzarbeit. Ein Vortrag im Grünen entführt in die faszinierende Welt der Insekten, die in diesem Jahr besonders im Fokus stehen.

Die Naturschutzverbände möchten mit diesem Fest die Bedeutung von Streuobstwiesen hervorheben. Sie sind ein wichtiger Bestandteil unserer Oberschwäbischen Kulturlandschaft und mit bis zu 3000 Tierarten und einer Vielzahl von Pflanzenarten wertvolle Rückzugsgebiete für gefährdete Tiere wie zum Beispiel Steinkauz, Fledermausarten, zahlreiche Schmetterlinge und vieles mehr. Allein rund fünf Dutzend Vogelarten kann man als ständige oder vorübergehende Gäste in ihnen finden.
Und trotz ihrer großen ökologischen Bedeutung gehen Streuobstwiesen stark zurück. Schade eigentlich, denn das Obst aus ihnen ist auch die Grundlage für viele Köstlichkeiten: naturbelassenes Tafelobst, Marmelade, Kuchen, Dörrobst, Most und Saft.

Fortbildung: Erziehungsschnitt 2

Auch bei der zweiten Fortbildung zum Thema "Erziehungsschnitt" ist das Ziel "den Baum verstehen" zu lernen. Wir benutzen unsere Kenntnisse über das natürliche Wuchsverhalten und die hormonelle Wuchssteuerung des Baumes um unsere Zielvorstellung eines stabilen Kronenaufbaus zu erhalten. Alle Schnittaktionen zur Formierung der Baumkrone sollen so ausgeführt werden, dass sie im Einvernehmen mit dem natürlichen Wuchsverhalten des Baumes stehen.Beherzigen wir dieses Vorgehensweise nicht, so provozieren wir, ähnlich wie beim Menschen, ein störrisches Verhalten und der Baum wird in seiner Reaktion auf unsere Schnittmaßnahme letztendlich versuchen sein natürliches Wuchsverhalten durchzusetzen.

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Die Schwerpunkte der zweiten Fortbildung zum Thema "Erziehungsschnitt" waren das Thema Schnitt auf Gegenauge und das Baumumfeld, also Düngung und Baumscheibe. Die Fachwarte trafen sich auf einer Baumwiese, die 2012 vom 3. Fachwartkurs gepflanzt wurde. Die Bäume wurden seit dieser Zeit von Fachwarten gepflegt. In den letzten Jahren von Hans Peter Hannak. Seit kurzem wendet er beim Formieren der Leitäste die Methodik des Schniites auf Gegenauge an. An verschiedenen Bäumen konnte deshalb das Ergebnis dieser Schnittmethodik sehr gut veranschaulicht werden. Das Ziel des Schnittes auf Gegenauge ist es die Verzweigungsgesetze des Baumes zu nutzen um eine  steil aufgerichtete Leitastverlängerung zu erhalten. Bei Schnitt auf ein Außenknospe treibt diese in der Regel senkrecht durch und ist damit zu steil.Schneidet man dagegen auf eine nach innen gerichtete Knospe so treibt die darunterliegende nach außenzeigende Knospe nicht senkrecht durch, sondern verlängert sich wie erwünscht steil aufrecht. Oftmals ist der Austrieb der zweiten Knospe auch stärker als der Austrieb der darüberliegenden Knospe, da diese nicht mehr so gut mit Nährstoffen versorgt ist.

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Bei der Begutachtung der des Zustandes der Bäume wurde festgestellt, dass bei keinem der Bäume Baumscheiben angelegt waren. Claudia Klausner erklärte, dass es sinnvoll sei, bei Jungbäumen den Stammbereich die ersten 7 Jahre frei von Bewuchs zu halten. Die Baumscheibe verringert die Nährstoffkonkurrenz und das Auftreten von Mausschäden. Antje Beducker informierte die Fachwarte über die richtige Düngung der Bäume. Man rechnet als jährliche Gabe 100g Dünger pro 1cm Stammdurchmesser. Als Dünger eignet sich ein kalibetonter NPK-Dünger

Natürlich wurden im Anschluss an die theoretischen Einführungen alle 60 Bäume unter verwendung des neu erlernten in Kleingruppen geschnitten. Und auch der kulinarische Abschluss einer jeden Fachwartfortbildung wurde zelebriert. Hans Peter Hannak hatte bei der Gemeinde Kirchberg, der Besitzerin der Streuobstwiese erreicht, dass sie die anwesenden zur Einkehr ins WIrtshaus einlud.

 

Fachwartfortbildung Erziehungsschnitt 1

 

 

 

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Das Thema der beiden Fachwartfortbildungen "Erziehungsschnitt" im Winter 2018 ist "den Baum verstehen". 

Wachstumsgesetze, Auxinproduktion der Knospen, Schlankschnitt, Astabgangswinkel und unerwünschten Entwicklungen vorzubeugen... Die Aufzählung der Schlagworte spricht für sich. 

Die Umsetzung dessen war das Ziel der zweiten Fachwartfortbildung am 24. Februar 2018 in Eberhardzell.

Bei strahlendem Sonnenschein und eisigem Wind wagten sich 26 Fachwarte und zwei Mitarbeiter des Eberhardzeller Bauhofes auf die kommunale Streuobstwiese am Eberhardzeller Ortsrand.

Dort wurden im Herbst 2010 rund 100 Obstbäume im Rahmen der Fachwartausbildung gepflanzt. Diese wurden damals noch mit unverzinkten Drahtkörben gepflanzt. Die Folge waren imense Verluste durch die Wühlmaus. Aufgrund der vielen Nachpflanzungen stehen nun auf der Wiese Bäume im Alter vom 1.- bis zum 7. Standjahr. Für eine Fachwartfortbildung ist die Mischung optimal.

Antje und Claudie hatten einen theoretischen Input vorbereitet. Anhand der vorhandenen Bäume und vorbereiteter Materialien wurden Faktoren welche die Stabilität, das Wachstum und den Baumaufbau beeinflussen besprochen. Gemeinsam wurden zwei Bäume beispielhaft geschnitten. Im Anschluss durften die Fachwarte das gesehene und gehörte in Kleingruppen in die Praxis umsetzen.

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Fachwartfortbildung Thema Mistel

Auch bei der zweiten Fortbildungsveranstaltung drehete sich alles um die Mistel. 17 Fachwarte trafen sich in Unterbalzheim, um mehr über die weißbeerige Laubholzmistel (Viscum album) zu erfahren. Hans Peter Hannak gab zu Beginn einen allgemeinen Überblick über die Mistel. Wichtigstes Detail: Die Mistel steht nicht unter Schutz und darf zum Schutz der Bäume entfernt werden. Die Bekämpfung des Halbschmarotzers ist nach dem Anwachsen der Pflanze sehr schwierig. Über Rindenstränge und Sekundärsenker kann die Mistel ganze Ästpartien befallen, eine vollständige Entfernung der Mistel ist dann aufgrund dieser vegetativen Vermehrung sehr schwierig. Die Verbreitung und somit der Erstbefall eines Baumes findet über Vögel statt. Durch klebrigen Schleim bleiben die Beeren leicht an Ästen des Wirtsbaumes haften. Die Misteln sind Lichtkeiner und wachsen sehr langsam. Sie sind deshalb oft erst Jahre nach dem Befall gut erkennbar.
Mit diesen Informationen begaben sich die Fachwarte nun auf eine Wiese mit Apfelbäumen. Die Bäume wiesen einen sehr starken Befall mit Misteln auf und waren schon längere Zeit nicht geschnitten worden. Die konkrete Herangehensweise wurde deshalb heftig diskutiert. Man einigte sich darauf, dass in einem ersten Schritt klassische Schnittziele (Auslichtungsschnitt, Verjüngungsschnitt) angewendet werden sollten. In einem weiteren Schritt sind dann noch vorhandene Misteln zu entfernen. Hierzu sollten die befallenen Äste entfernt werden bzw. die Misteln herausgeschnitten oder -gebrochen werden. Oberstes Ziel ist es hierbei möglichst alle fruchtenden Misteln aus dem Baum zu entfernen. Auch wenn die hierbei entstehenden Schnittwunden bei "normalen" Schnittmaßnahmen nicht zu tolerieren wären. Die Bäume müssen nach dieser ersten Schnittmaßnahme ständig auf Befall untersucht werden.
Nach getaner Arbeit stärkte man sich mit Kaffee und Kuchen und einer leckeren Suppe.

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