Wenn Engel reisen. So betitelte Antje unseren diesjährigen Ausflug zur Nussbaumschule Gubler und auf die Reichenau. Mit dieser Betitelung verband Antje jedoch vorrangig die Hoffnung auf besseres Wetter. Und ein bisschen hat es auch geklappt.

Morgens ging es mit etwas Verspätung auf zur Nussbaumschule Gubler in Hörhausen, Schweiz. Die erste Hürde war der Grenzübertritt. Anscheinend hatten die Eidgenossen Angst vor so viel Fachkompetenz, die hier in die Schweiz einzusickern drohte. Sie ließen uns daher lange warten, bis wir endlich doch die Grenze passieren durften. Und so kostete diese weitere Zeitverzögerung nun endgültige den Mitreisenden die Chance auf ein zweites Frühstück.

Angekommen bei der Nussbaumschule, sah man einige in der Verkaufshalle schnell einige Walnüsse knacken, um das aufgekommene Hungergefühl zu unterdrücken. Herr Gubler erzählte den Mitreisenden auf sehr informative Art seinen Werdegang zum Nussbaumschulenbetreiber. Seinen Darlegunge war die hohe Fachkompetenz anzumerken, die er sich seit dem Beginn der Baumschule 2009 angeeignet hat. Interessant war die Information, dass es neben den alten terminalen Sorten immer mehr laterale Sorten gibt, die neben dem höheren und schnelleren Ertrag auch eine geringere Wuchsleistung aufweisen. Diese Sorten sind deshalb auch für größere Hausgärten durchaus geeignet. Als Sorte stellte er hier insbesondere die Sorte Lara vor, die wegen ihrer geringen Krankheitsanfälligkeit sehr zu empfehlen ist. Leider ist diese Sorte nicht unbedingt für Höhenlagen geeignet. Gubler baut sie aber bei sich auf 550 Höhenmeter erfolgreich an. Allerdings herrscht hier noch etwas das Bodenseeklima. Nach der Einführung, überdacht in einem Informationsraum, ging es hinaus ins Gelände. Hier besuchten wir zwei Parzellen seiner Baumschule. Die erste Parzelle dient Herrn Gubler als Sortenerhaltungsgarten. Auf der zweiten Parzelle zeigte uns Herr Gubler die guten Wachstumsleistungen der Sorte Lara. Zurück im Verkaufsraum versorgte sich ein Großteil der Fachwarte noch mit Nüssen.

Mehr oder weniger durchgefroren und vom Wind zerzaust begaben wir uns nun wieder zurück zum Bodensee und fuhren zu unserer Mittagsstation. Jetzt hatte auch der letzte Mitreisende endgültig Hunger. Und so war jeder ausgiebig mit seinem Mittagessen beschäftigt. Danach wurde es kulturell, kirchengeschichtlich und wirtschaftlich hochinteressant. Unsere Führerin begleitete uns auf amüsante Weise einmal rund um die Insel und erzählte uns alles Wichtige zu nachbarschaftlichen Beziehungen am Bodensee, kirchlichen Hochkulturen und Niedergängen und der derzeitigen Situation des Gemüseanbaus auf der Insel. Ein letzter Blick von der höchsten Erhebung der Insel zeigte uns noch einmal die Reichenau und den Untersee im Überblick.

Voller Eindrücke begann nun die Heimfahrt und ich glaube, kein Mitfahrender hat seinen Entschluss heute dabei gewesen zu sein bereut, trotz suboptimaler Wetterlage und ausgefallenem Busvesper.

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