Auch bei der zweiten Fortbildung zum Thema "Erziehungsschnitt" ist das Ziel "den Baum verstehen" zu lernen. Wir benutzen unsere Kenntnisse über das natürliche Wuchsverhalten und die hormonelle Wuchssteuerung des Baumes um unsere Zielvorstellung eines stabilen Kronenaufbaus zu erhalten. Alle Schnittaktionen zur Formierung der Baumkrone sollen so ausgeführt werden, dass sie im Einvernehmen mit dem natürlichen Wuchsverhalten des Baumes stehen.Beherzigen wir dieses Vorgehensweise nicht, so provozieren wir, ähnlich wie beim Menschen, ein störrisches Verhalten und der Baum wird in seiner Reaktion auf unsere Schnittmaßnahme letztendlich versuchen sein natürliches Wuchsverhalten durchzusetzen.

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Die Schwerpunkte der zweiten Fortbildung zum Thema "Erziehungsschnitt" waren das Thema Schnitt auf Gegenauge und das Baumumfeld, also Düngung und Baumscheibe. Die Fachwarte trafen sich auf einer Baumwiese, die 2012 vom 3. Fachwartkurs gepflanzt wurde. Die Bäume wurden seit dieser Zeit von Fachwarten gepflegt. In den letzten Jahren von Hans Peter Hannak. Seit kurzem wendet er beim Formieren der Leitäste die Methodik des Schniites auf Gegenauge an. An verschiedenen Bäumen konnte deshalb das Ergebnis dieser Schnittmethodik sehr gut veranschaulicht werden. Das Ziel des Schnittes auf Gegenauge ist es die Verzweigungsgesetze des Baumes zu nutzen um eine  steil aufgerichtete Leitastverlängerung zu erhalten. Bei Schnitt auf ein Außenknospe treibt diese in der Regel senkrecht durch und ist damit zu steil.Schneidet man dagegen auf eine nach innen gerichtete Knospe so treibt die darunterliegende nach außenzeigende Knospe nicht senkrecht durch, sondern verlängert sich wie erwünscht steil aufrecht. Oftmals ist der Austrieb der zweiten Knospe auch stärker als der Austrieb der darüberliegenden Knospe, da diese nicht mehr so gut mit Nährstoffen versorgt ist.

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Bei der Begutachtung der des Zustandes der Bäume wurde festgestellt, dass bei keinem der Bäume Baumscheiben angelegt waren. Claudia Klausner erklärte, dass es sinnvoll sei, bei Jungbäumen den Stammbereich die ersten 7 Jahre frei von Bewuchs zu halten. Die Baumscheibe verringert die Nährstoffkonkurrenz und das Auftreten von Mausschäden. Antje Beducker informierte die Fachwarte über die richtige Düngung der Bäume. Man rechnet als jährliche Gabe 100g Dünger pro 1cm Stammdurchmesser. Als Dünger eignet sich ein kalibetonter NPK-Dünger

Natürlich wurden im Anschluss an die theoretischen Einführungen alle 60 Bäume unter verwendung des neu erlernten in Kleingruppen geschnitten. Und auch der kulinarische Abschluss einer jeden Fachwartfortbildung wurde zelebriert. Hans Peter Hannak hatte bei der Gemeinde Kirchberg, der Besitzerin der Streuobstwiese erreicht, dass sie die anwesenden zur Einkehr ins WIrtshaus einlud.