Fachwartfortbildung: Vogelschutz in Streuobstwiesen

 

 

"Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa!"

"Für viele Vogelarten sind Streuobstwiesen überlebensnotwendige Habitate!"

 

 

Diese Aussagen kennt inzwischen fast jeder. Aber warum ist dies so? Und was kann ich als Streuobstwiesenbesitzer für die Vogelwelt tun?

Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten trafen sich im Rahmen einer Fachwart-Fortbildung am 03. August in Ochsenhausen 32 Interessierte auf der Streuobstwiese am ehemaligen Krankenhaus.

Der kreiseigene "Obstgarten" wird von zwei Fachwarten gepflegt und beherbergt den Vogelschutzlehrpfad der NABU- Ortsgruppe Ochsenhausen.

 

Als LOGL geprüfte Obstbaumpflegerin führte Claudia Klausner die Fachwarte durch den Obstgarten. Obstbaumpfleger werden für die Obstbaumpflege in Life+ Vogelschutzgebieten ausgebildet und beherrschen nicht nur den Obstbaumschnitt nach Vogelschutz-Kriterien sondern kennen auch die Habitatsansprüche der einzelnen Vogelarten.

(Habitat=Lebensraum)

09 05 06 9298 Gruenspecht Der Grünspecht ist als "Ameisenspecht" ein typischer Bewohner von Obstgärten. Seine Bruthöhlen sind begehrte Nistplätze von anderen Nachmietern wie Grauschnäpper, Kohlmeise, Blaumeise, Gartenrotschwanz, Hornissen, Siebenschläfern, Fledermäusen...

 

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Nicht nur die Baumhöhlenbewohnenden Vögel haben sehr unterschiedliche Ansprüche an ihren Lebensraum.

 

Auch die Freibrüter wie die verschiedenen Finken, die Laubsängerarten (z.B. Fitis, Zilpzalp) und viele weitere Singvögel wie der Neuntöter und der Pirol leben gerne in den strukturreichen Obstbaumbeständen.

 

Finden sie dann unter dem Baumbestand ein mageres, artenreiches Grünland sowie genügend Ansitz- und Singwarten ist die Streuobstwiese ein Überlebensraum für viele inzwischen selten gewordene Vogelarten.

 

 

Obstblütenfest in Hopferbach

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Auch dieses Jahr beteiligte sich das Netzwerk der Fachwarte wieder an den Streuobsttagen.

Zum dritten mal fand "Biene und Jakob: der Schöne aus dem Oberland und die süße Verführung" nun statt. Dieses Jahr als Obstblütenfest in Bad Schussenried-Hopferbach.

Unterstützt wurde das Netzwerk der Fachwarte vom Obst- und Gartenbauverein Bad Schussenried und der NABU Ortsgruppe.

Neben der beliebten Streuobstwiesenführung fanden dieses Jahr auch ein Vortrag zur Thema Wildbiene-Honigbiene statt.

Einer der Höhepunkte der Veranstaltung war die Apfelsaft- und Mostverkostung mit Prämierung der besten Getränke.

Auch für die Kinder war gesorgt: unter blühenden Apfelbäumen wurde ihnen ein umfangreiches Bastel- und Spielprogramm angeboten.

 

Apfelblütentag in Riedlingen

Die BUND-Ortsgruppe Riedlingen beteiligte sich ebenfalls wieder an den Streuobsttagen.

Unterstützt wurden sie auch dieses Jahr wieder vom Netzwerk der Fachwarte und Baumwarte im Landkreis Biberach e.V..

Die beiden Führungen auf der Streuobstwiese mit Informationen zur Kulturgeschichte der Streuobstwiesen, dem ökologischen Wert des Naturparadieses Streuobstwiese sowie zur Pflege von Obstbäumen stießen wie immer auf großes Interesse.

 

Neben dem Fachvortrag eines Imkers war der Stand der "Streuobstliebe" ein weiterer Besuchermagnet.

 

 

 

www.streuobstliebe.de

Streuobstliebe

 

95 Jahre Baumwartvereinigung im Landkreis Biberach sind Geschichte

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Baumwartvereinigung des Landkreises Biberach beschlossen die Mitglieder die Auflösung des Vereins. Verdienstvolle Ehrungen langjähriger Funktionsträger beendeten eine fast 100-jährige Ära.

Die Baumwartvereinigung des Landkreises Biberach blickt auf eine bewegte, fast 100-jährige Geschichte zurück. Nachdem sich auch bei einer weiteren Anfrage keine Nachfolger für die scheidende Vorstandschaft fanden, um so den Fortbestand der Vereinigung zu gewährleisten, sprachen sich die Mitglieder für die Auflösung des Vereins aus.

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