Auf dem Ferienhof Häckler in Längenmoos fand unser Aktionstag zum Thema Wildhecke statt. 44 Fachwarte aus den Landkreisen Biberach, Ulm und Ravensburg nutzten die Gelegenheit und waren mit großer Begeisterung dabei.

Neben einem Theorieteil mit Vortrag, den die Fachwarte Berthold Zieher, Hans-Peter Eisele und Robert Wiest hielten, kam auch die Praxis nicht zu kurz: über 100 einheimische Sträucher wurden zu einer neuen Wildhecke gepflanzt.

Der Vortrag betonte die historische Bedeutung der Wildhecken als Schutz und Begrenzung sowie als Lieferant von Holz, Kräutern und Früchten und ging auch ausführlich auf deren hohe ökologische Bedeutung ein. Diese wurde den Menschen erst klar, als die Wildhecken aus der Landschaft verschwanden. Hecken sind Bollwerke der Artenvielfalt in unserer leergeräumten Landschaft, helfen bei der Vernetzung von Biotopen und bieten zahlreichen Vögeln, Amphibien und Säugern wertvolle Nähr-, Rückzugs- und Brutgebiete. Allein der Weißdorn bietet über 50 verschiedenen Arten von Schmetterlingen und ca. 30 Singvogelarten einen Lebensraum, während nicht heimische Gehölze oft ökologische Wüsten sind.

Auch kann der große Einfluss auf das Mikroklima nicht überschätzt werden. Wo Heckenstrukturen in Takt sind, trocknen Böden langsamer aus, wird der Wind gebrochen und die Erosion minimiert. Selbst im Hochwasserschutz spielen sie eine wichtige Rolle. In Kombination mit Streuobstwiesen entsteht ein strukturreicher Lebensraum von hohem ökologischem Wert.
Der packende Vortrag wurde zusätzlich durch den Ornithologen Jürgen Dämmgen bereichert, der aus vielen Jahrzenten der Vogelbeobachtung und Bestandskontrolle berichten konnte, mit dramatischem Fazit: Selbst im einst naturreichen Oberschwaben sind die meisten Arten auf dem Rückzug oder ausgestorben, weil der Lebensraum zerstört ist.

Bei kalter und trockener Witterung, also bestem „Pflanzwetter“, ging es endlich an den praktischen Teil: Auf 100 m wurde die Wildhecke als Abgrenzung und als Hochwasserschutz angelegt. Die 100 gepflanzten Sträucher und Bäume umfassen alle wichtigen Heckensträucher und einige Obsthochstämme.

Elisabeth Wiest bedankte sich für die engagierte Beteiligung der Teilnehmer und der Referenten. Ein besonderer Dank ging an Norbert und Christine Häckler, die diese Aktion ermöglichten, die Pflanzen bereitstellten und bestens für das leibliche Wohl sorgten.