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Obst- und Gartenbauakademie Biberach schützt die Landschaft und bildet Fachwarte aus

Von Karin Reimold

Biberach - Viele Streuobstwiesen, die in den vergangenen Jahren als kommunale Ausgleichsflächen entstanden sind, zeigen verbesserungswürdige Zustände auf. Abhilfe schafft seit Februar dieses Jahres ein Netzwerk aus mehr als 30 Fachwarten. Dabei handelt es sich um eine Initiative der Obst- und Gartenbauakademie Biberach, an der sich bereits im dritten Jahr Fachwarte, unter der Leitung des Biberacher Kreisberaters Alexander Ego, ausbilden lassen.

Heute gebe es viele Privatbesitzer, die zum Beispiel eine Streuobstwiese geerbt haben, jedoch keine Zeit für deren Pflege aufbringen können, weiß Antje Beducker, die zusammen mit Claudia Klausner das Netzwerk leitet. Dabei spiele vor allem die Wertschätzung eine große Rolle. „Gerade alte Apfelsorten haben einen enormen Vitamingehalt. Zudem fallen Streuobstwiesen unter aktiven Naturschutz. Dabei ist uns der ökologische Gedanke wichtig, denn die Streuobstwiesen bieten Lebensräume für viele Tiere und zeichnen sich somit durch eine große Artenvielfalt aus“, erklärt Klausner. Viele Verbraucher wüssten auch nicht, dass dieses Obst völlig ungespritzt ist, fügt Beducker hinzu.

Eine Voraussetzung für die Fachwartausbildung gibt es in dem Sinne nicht, außer Volljährigkeit beim Motorsägenlehrgang, der neben Pflanzenschutz und Wühlmausfangkurs zum Sachkundenachweis des breit gefächerten Lehrplans gehört. Alle wichtigen Bereiche des Obst- und Gartenbaus werden in einem theoretischen und praktischen Unterricht – 170 Stunden auf ein Jahr verteilt – an der Gartenbauakademie in Biberach gelehrt.

Schneiden und veredeln 

Eine der Kernaufgaben des Netzwerks ist der Weiterbildungsgedanke. So werden Sommer- und Winterschnittkurse sowie Veredelungskurse angeboten. Da es bei Streuobstwiesen nicht mit einem oder zwei Schnitten getan ist, ist das Ziel des Netzwerks ein Pflegevertrag für die betroffene Fläche. Kommunen wie Privatpersonen können sich Hilfe bei den erfahrenen Fachwarten einholen und diese bestellen. In einer Großaktion arbeiten sich dann die Experten durch die ungepflegten Obstbaumbestände. „Für uns ist dieser ehrenamtliche Einsatz eine Herzenssache, da zum Schutz unserer oberschwäbischen Landschaft schließlich auch die alten Obstbäume gehören“, sagt Claudia Klausner.

Antje Beducker (l.) und Claudia Klausner kümmern sich um die Pflege von Streuobstwiesen. sz-Foto: Karin Reimold

Quelle: Schwäbische Zeitung