Streuobstwiesenfest Ochsenhausen

Zum ersten Mal wurde das Streuobstwiesenfest in diesem Jahr zusammen mit NABU und BUND ausgerichtet. Sonnenschein und ein reichhaltiges Angebot an Information, Spiel und Kulinarik erwartete die Besucher. 

Schon ein Klassiker ist die Führung mit Obstbau(m)geschichten, die von Antje Beducker und Claudia Klausner in unterhaltsamer und informativer Weise präsentiert wurde.
Eine zweite Führung, geleitet von Claudia Klausner, behandelte die Vogelwelt in Streuobstwiesen. Das Netzwerk der Fachwarte präsentierte sich mit einem Informationsstand, der immer gut besucht war.

Für die jüngeren Besucher hatten NABU und Naturpädagogen ein umfangreiches Programm vorbereitet. An den Biertischen erholten sich viele Besucher bei Kaffee und Kuchen von den vielen Informationen, die sie im Laufe des Tages über Streuobstwiesen und Ihre tierischen Bewohner gehört haben.

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Fachwartfortbildung Erziehungsschnitt

 

Eine konsequente Jungbaumerziehung nach dem Oeschberg-Prinzip ist die Grundlage für stabile und langlebige Obstbäume.

Der Erziehungsschnitt, welcher über rund 7-12 Jahre hinweg jährlich durchgeführt werden soll, verlangt vom Obstbaumpfleger einiges an Fachwissen und Baumverstand.

 

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Die diesjährige Fachwartfortbildung Erziehungsschnitt fand in Wilflingen statt.

Dort fanden wir optimale Bedingungen vor: für uns etwas ungewohnt: Halbstämme. Als Lehr- und Übungsbäume sind diese jedoch äußerst komfortabel.  Die Bäume wurden vor fünf Jahren im Zuge der Flurbereinigung gepflanzt.

Gepflegt werden sie vorbildlich vom Schwäbischen Albverein.

Wir durften nicht nur an den fachkundig gepflegten Bäumen schneiden, sondern erhielten auch die Möglichkeit auf einer benachbarten Streuobstwiese einige nicht ganz optimal erzogene Bäumchen mit einem neuen Kronenaufbau zuversehen.

An der Fachwartfortbildung nahmen 18 Fachwarte und einige Mitglieder des Schwäbischen Albvereins teil. Unterstützt wurden dabei die beiden "Vorschneiderinnen" Antje und Claudie durch den Wilflinger Baumwart Helmut Spohn.

Helmut Spohn absolvierte noch die alte Baumwartausbildung und erwarb in den vielen Jahren in welchen er als Baumwart tätig war und seine eigenen rund 600 Obstbäume bewirtschaftete, ein unglaublich reiches Fachwissen.

Seine Erfahrungen und seinem Baumverstand teilte er zu unserer großen Freunde sehr anschaulich und humorvoll mit uns.

Helmut Spohns Teilnahme an diesem Nachmittag bereicherte die gemeinsame Schnittaktion.

Vielen Dank Herr Spohn!

Und auch dem Albverein dafür dass wir auf eure Wiese durften! 

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"Ihr wollt doch nicht die alten Krücken noch schneiden?!?" bekamen Fachwarte zu hören, als sie sich nach dem Weg erkundigten.

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Auch der zweite Fortbildungsnachmittag war ein SOS Streuobstwiese- Projekt. Ein Klassiker: ein alter, ehemaliger Bauernhof findet einen Käufer. Dieser renoviert und saniert, jedoch bei den Obstbäumen weiß er nicht weiter...

Der Zustand der mehr als 30 Obstbäume war mehr als pflegebedürftig.

Auch hier war die "einfache Kronenpflege" angebracht. Vitalität erneuern bzw. erhalten, weitere Astbrüche verhindern und die Nutzbarkeit der Obstbäume erneuern waren die Schnittziele der 20 Fachwarte welche bei schönsten Vorfrühlingswetter in der Einöde bei Mittelbuch sich zum Baumpflege trafen.

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Ein angemessener Neuaustrieb der Obstbäume ist erwünscht, so dass sich der Aufwand der Folgepflege in den nächsten Jahren in Grenzen hält.

Ob dieses Schnittziel erreicht wurde zeigt sich in zwei Jahren, da erfahrungsgemäß solche alten Bäume erst im 2. Frühling nach dem Schnitt auf diesen reagieren.

 

Praxisseminar: Erneuerungsschnitt I

Mittelbiberach - 0°C - Nebel, die Frisur hält. Gemäß diesem alten Werbeslogan trafen sich 16 Fachwarte zur Fortbildung Altbaumschnitt. Ort des Geschehens war eine Streuobstwiese zwischen Reute und Mittelbiberach mit über 150 Altbäumen. Die Bäume stehen mit 6m relativ eng und sind bedingt durch den engen Stand sehr hoch. Der Vitalitätszustand der Bäume ist sehr heterogen. Insgesamt also optimale Ausgangsbedingungen um das theoretische Wissen über den Altbaumschnitt nun am Objekt anwenden zu können. Antje Beducker rief nochmals das generelle Vorgehen beim Altbaumschnitt in Erinnerung. Wichtigste Erkenntnis: nicht ran an den Baum und sofort losschneiden, sondern den Baum anhand von Vitalität, Standfestigkeit und Nutzbarkeit bewerten und aufbauend auf dieser Analyse die zu treffenden Schnittziele definieren. Antje Beducker erzählte weiter, dass die Obstwiese im Rahmen des Streuobstwiesenkonzepts Baden-Württemberg gefördert wird und in diesem Jahr 60 Bäume geschnitten werden müssen. Ein Teil dieser Bäume war markiert und sollte von den anwesenden Fachwarten geschnitten werden. In Zweiergruppen verteilten sich die Fachwarte auf die Bäume und begannen mit der Arbeit.

 

Wie bei jeder Fortbildung des Netzwerkes, war auch dieses Mal kulinarisch was geboten. So gab es bei einer kurzen Kaffeepause, der närrischen Jahreszeit geschuldet leckere Fasnetsküchle, selbst gemacht von den Pächtern der Streuobstwiese. Nach getaner Arbeit wurden dann alle Fachwarte mit einem deftigen Vesper verwöhnt.