Zukunft-Werkstatt des Netzwerkes der Fachwarte

Im Februar 2012 wurde das Netzwerk der Fachwarte in Kürnbach vom Kreisfachberater Alexander Ego ins Leben gerufen.

Zehn ereignisreiche Jahre sind inzwischen vergangen: unzählige Fachwartfortbildungen und Streuobstwiesenpflegeaktionen, Austausch mit anderen Streuobstakteuren und jede Menge Lobbyarbeit für ein bedrohtes Kulturbiotop.

Das Netzwerk der Fachwarte wurde in den vergangenen Jahren mehrmals ausgezeichnet, ein Beispiel ist der Kulturlandschaftspreis des Schwäbischen Heimatbundes.

Zehn Jahre sind ein guter Anlass um sich mal Zeit für eine Bilanz zu nehmen und auch Pläne für die Zukunft zu schmieden.

Gemeinsam mit weiteren aktiven Vereinsmitgliedern fuhren Vorstandschaft und Beisitzer ins Kloster Heiligkreuztal. In der entspannten und gastlichen Atmosphäre des Tagungshauses wurde der erste Abend für einen Rückblick genutzt. Die Fülle der verschiedenen Veranstaltungen und Aktivitäten welche sich auf dem Zeitstrahl der Jahre 2012 bis 2022 sammelten war beeindruckend und auf gleich eine Grundlage für weitere Ideen.

Am nächsten Tag wurde der Blick in die Zukunft gerichtet. Am Ende des Tages gab es zwei konkrete Projekte welche zeitnah umgesetzt werden.

Zum einen wird das Thema Grünland, konkret die Pflege und Nutzung des Grünlandes der Streuobstwiesen ein Schwerpunktthema für einen langfristigen Zeitraum sein.

Ein weiteres Projekt welches ebenfalls im Juni startet wird der „Offene Garten“ sein. Ein Mitmach- Angebot für alle Gartenbegeisterten.

Um sich zwischen den Arbeitsphasen etwas zu entspannen wurde ein Angebot des Klosters Heiligkreuztal gerne genutzt: eine kurzweilige Führung durch den historischen Klostergarten.20220514 131024 Klein

Sortenvielfalt beim Gemüse "Essen statt vergessen"

Von Alblinsen und Filderspitzkraut als Beispiele gefährdeter Kulturpflanzenvielfalt bis hin zum Genbänkle erstreckte sich das Spektrum im Vortrag von Prof. Roman Lenz. Die Vielfalt der in der Landwirtschaft genutzten Arten sowie die Vielfältigkeit der Rassen und Sorten sowie deren unterschiedliche Ausprägungen und Anpassungen sind Voraussetzungen für eine nachhaltige, umweltschonende Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln sowie pflanzlichen Rohstoffen. Aber genau diese Agrobiodiversität, und dabei u. a. die Erhaltung von Gemüsesorten, die traditionell in bestimmten Regionen angebaut werden, sieht Roman Lenz von genetischer Erosion bedroht. Rund 80% aller Kulturpflanzensorten sind verschollen. Die Erzeugung des heutigen Pflanzmaterials ist Händen weniger hochspezialisierter Firmen. Das Projekt Genbänkle möchte deshalb Sortenretter vernetzen um hier Austausch von Erfahrungen und auch Pflanzmaterial zu unterstützen.

In den fast zwei Stunden Vortrag, wurde den Anwesenden viele Hintergrundinformationen in Bezug auf die derzeitige Situation im Bereich der Kulturpflanzen gegeben. Das eifrige Mitschreiben vieler Besucher zeigte das rege Interesse an diesem Thema,

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Arbeit von Antje Beducker und Claudia Klausner mit Ehrenamtspreis gewürdigt

Der Landkreis Biberach lobt alle zwei Jahre einen Preis für Ehrenamtliche aus, die sich über das normale Maß hinaus einbringen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung des Lebens im Landkreis Biberach, in den Städten und Gemeinden leisten. Für die Auszeichnung mit einem Preis sind unter anderem folgende Kriterien maßgebend: Uneigennützigkeit, Vorbildlichkeit und Herausragen des ehrenamtlichen Engagements. Zwei Preisträger sind in diesem Jahr Antje Beducker und Claudia Klausner. Beide wurden von für Ihr außerordentliches Engagement zum Erhalt der Streuobstbestände im Landkreis Biberach mit jeweils 500 Euro Preisgeld ausgezeichnet.

Am 31.03.2021 fand die feierliche Übergabe der Preise und Urkunden statt.  Die Jurorin Ruth Lang würdigte in ihrer Laudatio den Einsatz der beiden Preisträgerinnnen für den Erhalt der ökologisch so wichtigen Streuobstwiesen im Landkreis. Gemeinsam mit Landrat Heiko Schmid übergab sie Urkunde und Preisgeld an Antje Beducker und Claudia Klausner.

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Bilder: Oliver Hofmann, Freier Journalist

Fachvortrag Kronenpflege alter Obsthochstämme

Hans Thomas Bosch ist mit seinem Standardwerk "Kronenpflege alter Obsthochstämme" inzwischen weit über den süddeutschen Raum als Fachmann für einen baumerhaltenden Umgang mit Obstbäumen bekannt.

Um dieses Ziel zu erreichen kombiniert er moderne Baumpflege mit der traditionellen Schnittlehre des Oeschbergschnittes. Nicht der Ertrag ist dabei alleinige Zielvorstellung, sondern die Baumstabilität

und baumschonende Schnitttechniken unter der Berücksichtigung ökonomischer Bedingungen. Auch legt er großen Wert darauf, dass der sortentypische Habitus eines Baumes erhalten bleibt und dieser weiterhin positiv die Kulturlandschaft prägt.

Das Netzwerk der Fachwarte und Baumwarte im Landkreis Biberach ist deshalb besonders stolz, ss es ihnen gelang daHans Thomas Bosch für eine Weiterbildungsveranstaltung zugewinnen. Frühmorgens trafen sich rund 30 Fachwarte in Ochsenhausen, um das Thema Hochstammpflege zu vertiefen. Hans Thomas Bosch erläuterte in einem kurzweiligen Theorieblock verschiedene Schnitttechniken anhand von anschaulichen vorher-nachher Bilderserien. Im Anschluss an diese Einführung ging es auf die Obstbaumwiese. 

Hier zeigte Hans Thomas Bosch direkt an einem alten, wenig vitalen Apfelbaum verschiedene Schnitttechniken, die dazu beitragen könnten, die Vitalität und auch die Stabilität dieses Baumes zu erhöhen bzw. wieder herzustellen. Mithilfe einer Tiroler Steigtanne und zusätzlich mit einer sogenannten Kurzsicherung gesichert stieg H.T. Bosch in den obersten Kronenbereich um dann fachkundig und präzise Auslichtungs- und Einkürzungs- Schnitte vorzunehmen. Aufgrund der Position im Baum entdeckte der Fachmann einige gravierende Baumschäden, welche bei der Baumpflege von unten, mit Hilfe von Teleskopwerkzeug nicht entdeckt werden.

Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Claudia Klausner mit einem Geschenk bei Hans Thomas Bosch. Der große Applaus der anwesenden Fachwarte zeigte, dass die Veranstaltung sehr gut angekommen war. 

Bezugsadresse Buch: https://www.kob-bavendorf.de/aktuelle-nachricht/naturgemaesse-kronenpflege-am-obsthochstamm.html 

 

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