Netzwerk Fachwarte erhält das Siegel: Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

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Das Netzwerk der Fachwarte wurde am 07.11.2014 für sein Projekt "SOS Streuobstwiese" ausgezeichnet.

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Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum 2011-2020 zur UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen.

Dadurch sollen mehr Menschen für den Erhalt der Biologischen Vielfalt sensibilisiert werden.

Durch das Auszeichnen von Projekten zur UN-Dekade Biologische Vielfalt soll das öffentliche Bewusstsein für Biologische Vielfalt, ihren Wert und die gesellschaftliche Verantwortung für ihren Schutz und die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile gefördert werden.

 

Das Netzwerk-Projekt "SOS Streuobstwiese" wurde von der Geschäftsstelle UN-Dekade und der Jury des UN-Dekade Projekt-Wettbewerbes als auszeichnungswürdig bewertet.

So reisten am 07. November sechs Fachwarte zusammen mit dem Kreisfachberater Alexander Ego nach Stuttgart, um im Rahmen einer UN-Dekade Konferenz in der Wilhelma die Auszeichnung entgegen zu nehmen.

Die UN- Dekade Konferenz bot den Fachwarten ein interessantes Programm mit Vorträgen und Workshops. Und auch die Möglichkeit sich mit anderen Aktivisten auszutauschen und interessante Kontakte zu knüpfen

Diese Auszeichnung darf das Netzwerk der Fachwarte nun zwei Jahre lang führen.

 

 

 

LOGL Fachwartefortbildung 2014 „Sortenbestimmung Kernobst“

Am Samstag den 25.10.2014 fand im Museumsdorf Kürnbach die Fachwart-Fortbildung „Sortenbestimmung Kernobst“ des LOGL (Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft) statt. Der voll besetzte Kurs zeigte das rege Interesse der Fachwarte an diesem spannenden Thema. Und so waren LOGL-Fachwarte aus dem gesamten Landesgebiet angereist, um sich in der Bestimmung von Äpfeln fortzubilden.

Als Kursleiter konnte Herr Hans Thomas Bosch, Pomologe und Mitarbeiter am Kompentenzzentrum Obstbau-Bodensee gewonnen werden.

 

In einer theoretischen Einführung erfuhren die Teilnehmer die wichtigsten Aspekte der Beschreibung eines Apfels. Ist der Apfel eher rund oder kegelförmig, wie beschreibt man die Färbung des Apfels, für all diese Fragen sind standardisierte Parameter verfügbar, die eine definierte Ansprache von Äpfeln zulässt.
Mit diesem Hintergrundwissen ging es an die konkrete Beschreibung von Äpfeln. Die Fachwarte erhielten dazu vom Kursleiter eine Kiste mit Äpfeln. In Gruppen wurden nun in einem ersten Schritt die vorhanden Äpfel nach Sorten sortiert. Dies klingt einfach, aber aufgrund der großen Variabilität im Aussehen der Äpfel einer Sorte war hier schnell klar, Sortenbestimmung ist eine Aufgabe, die viel Erfahrung voraussetzt. Im Weiteren wurde nun versucht die Apfelsorten anhand von Merkmalen zu beschreiben. Form, Farbe und Geschmack wurden beschrieben und somit Unterschiede zwischen den Sorten herausgearbeitet.


Zum Abschluss der Veranstaltung wurden Äpfel und Birnen bestimmt, die von den Kursteilnehmern mitgebracht wurden. Und auch hier zeigte sich, wie schwierig die Sortenbestimmung ist. Auch Herr Bosch musste hier bei dem einen oder anderen Apfel kapitulieren.

 

Jetzt war jedem klar, nach Beendigung dieses Kurses bin ich noch kein Pomologe!

Herbstmarkt 2014

Jahrhundertwetter beschert dem Herbstmarkt einen Besucherrekord

 

Das Netzwerk der Fachwarte hatte sich für die Besucher mit heißem Apfelpunsch gegen die gewohnte, herbstliche Kälte gewappnet,
der aber trotz den ungewöhnlich warmen Temperaturen schmeckte und abends restlos leergetrunken war.

 

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SolardörrerAuch das Thema Mosten und Dörren stieß auf reges Interesse bei den Besuchern: mit der Demonstration durch Elektro- und Solardörrer wollte das Netzwerk an diese Methode erinnern, eigenes Obst haltbar zu machen oder einfach in anderer Form zu genießen. Unterstützt durch die Ausrüstung und das Personal der Fruchtsaftkelterei Thomas Bentele konnte auch den Saft- und Mostliebhabern das Konservieren mit Schwimmdeckel- bzw. Druckfass erklärt und wieder näher gebracht werden.

 

 

RollblitzDer Erntehelfer "Roll--Blitz" war der Renner und ein Riesenspaß v.a. bei den Kindern, die unzählige Male den Obstkorb leerten, um die Äpfel wieder aufzurollern.
Auch im Ziegelstadel drängten sich die Besucher durch die wieder beeindruckende Obstsorten-Ausstellung und fanden am Ende den Stand des Netzwerks, wo neben Büchertisch und wie gewohnt vielen nützlichen Informationen für Obstbaumbesitzer, die Fachwarte für Gespräche, Beratung und Fachsimpelei bereit standen. Dabei waren Streuobstwiesenbesitzer, die für die Aktion "SOS Streuobstwiese" des Netzwerks in Frage kommen, einige Interessierte füllten auch gerne den Fragebogen über ihre Obstbäume aus - der übrigens auch hier auf der homepage als Download verfügbar ist und ausgefüllt Rückschluss auf den Zustand und die Zukunft der Obstbäume im Landkreis geben soll. Ziegelstadel1
Großen Zuspruch erfuhren die Apfel- und Birnenschnitze zum Probieren, von Sorten und eigenen Streuobst-Bäumen der Fachwarte. Nach dem bloßen Besichtigen der vielen Sorten der Ausstellung bekommt man halt Appetit und speziell die alten Sorten unserer Gegend waren enorm nachgefragt und fänden der Resonanz zufolge auch regelmäßige Käufer.

 

Kirschen-Lehrfahrt zum Hofgut Hügle

Bericht kleinMehr über den professionellen Kirschenanbau zu erfahren, war an diesem Samstagnachmittag das Ziel der 18 Fachwarte. Einen Profi dafür hatte das Netzwerk in Dr. Wolfgang Hügle in RV-Bottenreute gefunden, der die FWe begrüßte und bereitwillig die Fragen nach Sorten, Pflanzung, Pflege etc. beantwortete. Seine Empfehlung dabei: je rauer die Lage umso stärker sollte die Veredlungs-Unterlage gewählt werden.

Anschließend führte er die Gruppe in die Plantagen, wo Mitarbeiter das Foliendach einholten, da die Kirschenernte zu Ende war. Pflanzabstand und Baumgröße, Erziehungsform und Schnitt standen jetzt im Mittelpunkt der Betrachtung und v.a. auch der Tat, denn nun durfte wer wollte, es Herrn Hügle nachmachen, die Bäume in der typischen Pyramidenform zu schneiden. Die Erziehungs-Art war den Fachwarten dabei von der Lehrfahrt zur Apfel-Spindelanlage während der Fachwart-Ausbildung nicht ganz unbekannt.

Anders als der Obstbaum im Hausgarten oder der Hochstamm auf der Streuobstwiese, haben Bäume im Erwerbs-Obstbau eine geringere Standzeit, d.h. sie werden nach den ertragreichsten Jahren gerodet und durch eine Neuanpflanzung ersetzt. Dabei müssen alle Faktoren stimmen, dass sich diese hohen Investitionen auch lohnen, u.a. für ein Foliendach, das für einen wirtschaftlichen Kirschenanbau selbst in der Bodensee-Region nötig ist. Der Käufer verlangt feste und große, natürlich immer makellose Früchte. Wer also beim Einkauf auf dem Wochenmarkt bei den Kirschenpreisen schon mal leer geschluckt hatte, wusste nun, welche Kosten damit über Jahre hinweg wieder eingefahren werden müssen.

Mit einem anerkennenden Applaus bedankten sich die Fachwarte für die interessante Führung bei Dr. Wolfgang Hügle und läuteten bei angenehm sommerlichen Temperaturen den Feierabend auf der Terrasse der Hügle-Gastronomie ein.