Attenweiler-die Fortsetzung

Am letzten Juli-Wochenende fand die Fachwart-Fortbildung Sommerschnitt bei Attenweiler statt.

Schon letztes Jahr wurden dort im Rahmen einer Fachwartaktion Apfel-Sämlinge geschnitten.

Auch diesmal gab es noch völlig wilde Bäume zum schneiden. Vor 20 Jahren bekamen die Trester-Sämlinge einen einzigen Schnitt und durften dann wachsen wie sie wollten.

Ein Teil der Fachwarte war schon beim ersten Mal dabei. Für sie war es besonders spannend zu sehen, wie sich die Bäume, welche im letzten Jahr geschnitten wurden, entwickelt haben.

Gut die Hälfte dieser Bäume kam in den Genuss einer weiteren Pflegemaßnahme. Dies war auch dringend notwendig, da sie teilweise viele junge und kräftige Triebe hatten.

Streuobsttage: Biene und Jakob- der Schöne vom Oberland und die süße Verführung

Dieses Jahr fanden erstmals die "Streuobsttage" statt.

Die Streuobsttage sind ein 14-tägiger Aktionszeitraum, welcher das Ziel hat die Bevölkerung für das Thema Streuobst zu sensibilisieren. An den Streuobsttagen beteiligen sich Intitiativen, Vereine, Verbände und Einzelpersonen aus vier Bundesländern: Baden Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Mehr Informationen unter: www.streuobsttage.de

Das Netzwerk der Fachwarte beteiligte sich an den Streuobsttagen mit einer geführten Streuobstwiesenwanderung.

Geplant war, dass man sich in Ingerkingen an der Baumschule Haid trifft und dann gemeinsam nach Grafenwald wandert. Jedoch spielte das Wetter nicht wie geplant mit. So wurde improvisiert und alle Teilnehmer trafen sich in Grafenwald zu einer verkürzten Rundwanderung. Während der Wanderung wurde in drei Obstgärten Halt gemacht und die Teilnehmer erfuhren von den Wanderführerinnen Wissenswertes über das Kulturbiotop Streuobstwiese.

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Die Dipl. Biologin Nicole Sonntag vom NABU Biberach erklärte den Zuhörern welchen Artenreichtum die Streuobstwiesen heherbergen. 

Den Informationsteil zum Obstbaufachlichen und Kulturgeschichlichen Hintergrund des Streuobstbaus übernahmen Mitglieder des Netzwerkes.

Im Anschluß ging es zur Hobbyimkerei Kästle. Dort war nicht nur für das leibliche Wohl gesorgt, sondern es gab auch als weiteres Highlight Imkereiführungen.

Auch wenn es an diesem Tag regnerisch war, alle angemeldeten Teilnehmer kamen nach Grafenwald.

Das Netzwerk hat nicht mit so viel Interesse gerechnet und mußte aufgrund der begrenzten Räumlichkeiten in Grafenwald, schon im Vorfeld vielen Interessierten absagen.

 

 

Spindelschnitt für Fortgeschrittene

Auch wenn es im Landkreis Biberach keinen Erwerbsobstbau gibt, ist der Schnitt von Obstbaumspindeln ein Thema für immer mehr Fachwarte. Auf den oft kleinen Grundstücken sind kleinkronige Obstbäume die einzige Möglichkeit selbst Obst anzubauen.

Sechs Fachwarte nahmen die Einladung der Fachwartvereinigung Böblingen zur Fachwartfortbildung Spindelschnitt für Fortgeschrittene an. Und so fuhren sie schon frühmorgens nach Schafhausen bei Weil der Stadt. Schon die Anreise in den Landkreis Böblingen war beeindruckend: das Streuobstparadies blüht! Die Hänge und Täler der Landkreise Reutlingen, Tübingen und Böblingen sind übervoll mit tausenden von blühenden Obstbäumen.

Die Fachwartfortbildung fand auf der 3,4 ha großen Gemeinschaftsanlage in Schafhausen statt. Der Böblinger Kreisfachberater Manfred Nuber beeindruckte die Biberacher Besucher mit seinem enormen Obstbau-Fachwissen: nicht nur der Schnitt und die Anzucht von Obstbaumspindeln, sondern auch viel Wissenswertes  zu den Themen Pflanzenschutz, Baumbiologie, Bodenmüdigkeit, Winterruhe ="Frostchill" wurden ausführlich besprochen.

Neben dem Kurzholzschnitt wurde auch der neue auf der Laimburg entwickelte Langholzschnitt besprochen und geübt. Ein weiteres Thema war die Durchbrechung der Alternanz durch einen speziellen Schnitt.

Nach dem Mittagessen konnte man noch weiterschneiden. Dies nutzen die Biberacher Fachwarte noch sehr gerne und konnten so ihr neu erworbenes Wissen,beim gemeinsamen Schneiden mit den Böblinger Spindelprofis Manfred und Bruno beim Schnitt von Apfel- und Birnenspindeln verfestigen.

Auf der Heimreise waren sich alle einig, dass sich die weite Reise gelohnt hat!

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Fachwartfortbildung Jungbaumschnitt

Damit aus einem Bäumchen ein stattlicher, schöner Obstbaum wird, ist ein regelmäßiger Erziehungsschnitt Pflicht.

Der Erziehungsschnitt ist die Fortsetzung des Pflanzschnittes. Mit ihm wird die künftige Kronenstruktur gefestigt und stabile Leitäste aufgebaut. Der Erziehungsschnitt ist nach 5-8 Jahren abgeschlossen.

Um diese,  die warscheinlich anspruchsvollste Schnittart, gemeinsam zu üben, kamen 20 Fachwarte auf eine Streuobstwiese in Eberhardzell. Die Bäume wurden im Herbst 2010 vom 2. Fachwartkurs gepflanzt.

Der erste Schritt beim Obstbaumschnitt ist immer die Beurteilung des Baumes:

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Obwohl die Bäume 2010 in einen Drathkorb aus unverzinkten Draht gepflanzt worden waren, um sie vor Wühlmausfraß zu schützen, war ein nicht unerheblicher Teil der Jungbäume aufgrund der abgenagten Wurzeln, eingegangen bzw. kurz davor.

Der Drahtkorb war im Laufe der Jahre vollständig verrottet und konnte die Bäume nicht mehr vor dem Schädling schützen.

Die anderen Bäume wurden von den Fachwarten in Kleingruppen fachgerecht geschnitten, so dass sie die Chance haben, zu ansehlichen Obstbäumen heran zu wachsen.