Fachwartfortbildung Winterschnitt

Inzwischen ist es schon beinahe eine Tradition, die jährliche Fachwartfortbildung Winterschnitt.

Als Übungsobjekt stellte einer unserer Fachwarte, uns seinen gepflegten Obstgarten mit gut 30 jährigen Bäumen zur Verfügung.

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Als theoretischen Input vor dem praktischen Teil wurden die Grundregeln für eine gute Wundheilung: Entlastungsschnitt, Sägen auf Astring, Schnittführung , die Grundregeln des Ableitens und auch die Grundzüge der Baumbiologie nochmals besprochen.

In unmittelbarer Nähe des Obstgartens stehen zwei vollig ungepflegte Obstbäume auf einer Ausgleichsfläche, diese beiden Exemplare waren geeignete Objekte für einen fachgerechten Sanierungsschnitt.

Im Obstgarten war dannn ein Überwachungs- bzw. Erhaltungsschnitt gefragt: die maßvollen Entnahme von älteren Fruchtholz mit dem Schnittziel ruhige und gesunde Bäume mit hoffentlich guten Erträgen.

Reisen bildet

Austausch, Vernetzung, neue Eindrücke, neue Perspektiven. Mit diesen Zielen machten sich am Samstagmorgen in aller Frühe acht Fachwarte auf den weiten Weg in den Zollernalbkreis nach Balingen-Heselwangen.

Der dortige Kreisfachberater Markus Zehnder hatte die Biberacher Fachwarte zu gemeinsamen Schneiden eingeladen, mit den Fachwarten des Zollernalbkreises im Rahmen einer Obstbaumpflegeaktion.

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Der Zollernalbkreis ist zurecht ein Teil des Schwäbischen Streuobstparadieses www.streuobstland-alb-neckar-rems.de: Obstbäume soweit das Auge reicht. Auch die Streuobstwiese oberhalb von Heselwangen hatte beeindruckende Ausmaße: 600 Obstbäume, der größte Teil davon sind Altbäume. Aber auch im vergangenen Jahr gepflanzte Jungbäume mit bei uns unbekannten Sorten, wie die Muskatellerluike und Fraas Sommerkalvill sind hier zu finden. Schon seit 2009 pflegen die Fachwarte diese, damals sehr sanierungsbedürftige Streuobstwiese.

Während ein Teil der Biberacher Fachwarte sich die Vor- und Nachteile des Umkehrschnittes, sowie die Oeschberg-Kronenerziehung erklären lies, zog die andere Hälfte mit ihren Balinger Kollegen los, um die markierten Bäume zu pflegen.

Beeindruckend war auch der Schnitt von sehr hohen, noch ungepflegten Obstbäumen durch die Baumkletter, welche in der Seilklettertechnik ausgebildet sind.

 Beim gemeinsamen Schneiden wurde nicht nur über den richtigen Schnitt gesprochen, sondern auch die Förderung der Streuobstwiesenpflege und die Schwierigkeiten bei der Umsetzung dessen, war ein Thema.

Die Landkreise des Streuobstparadieses sind in diesem Bereich sehr innovativ und reich an Erfolgsmodellen.

Life+, Plenum, Vogelschutz, Pflegevereinbarungen,Ökopunkte,Pflegerichtlinien, EIP (Europäische Innovationspartnerschaft), Kartierung der Streuobstbestände, Natura-Gebiete... Das ist nur ein Teil dessen was an Hintergrundinformationen und neuen Ideen von den Biberacher Fachwarten mit nach Hause genommen wurde.

 

 

17 neue Obstbäume in Laupertshausen

Der neue Ausbildungskurs "Fachwart für Obst- und Gartenbau" der Obst- und Gartenbauakademie Biberach traf sich zu seinem ersten Außen-Termin in Laupertshausen. Die Details und den Ablauf, wie ein Obstbaum gepflanzt werden sollte, erläuterte vorab Martin Halder und in Kleingruppen leiteten dann auch Akademieleiter Alexander Ego und Fachwarte des Netzwerks die "Azubis" an. Von der Größe des Pflanzloches, über den WühlmauskorbP1030414 und den unerlässlichen Pflanzschnitt bis hin zum richtigen Anbinden des Baumes an den Pfahl wurde alles angesprochen und umgesetzt.

Da auf dieser Wiese Kühe zur Beweidung grasen werden, wurde noch um einen Baum ein Gatter errichtet, das die Tiere abhalten soll, an der Pflanze zu fressen oder zu scheuern und wenigstens die ersten Jahre die Bodenverdichtung im Wurzelbereich verhindern soll. Bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen konnten sich alle dann wieder aufwärmen!

Fortbildung "Lernen zu Lehren"

Eine Aufgabe von Fachwarten ist es, ein Multiplikator ihres erlernten Wissens zu sein. Doch die Planung und Durchführung eines Obstbaumschnittkurses will auch erlernt sein. Und so trafen sich, wie auch im letzten Jahr, die Fachwarte zu einer Fortbildungsveranstaltung mit dem Namen "Lernen zu Lehren". In einem gut gefüllten Klassenraum der Obst und Gartenbauakademie Biberach (OGAB) gab Claudia Klausner, eine der Koordinatorinnen des Netzwerks der Fachwarte, ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die Anwesenden weiter. Wie bereite ich einen Schnittkurs vor, welche Inhalte sind zu vermitteln, welche Fehler zu vermeiden. All diese Themen wurden an diesem Abend erörtert.

In aller Regel besteht ein Schnittkurs für Obstbäume aus einer theoretischen Einführung und einem Praxisteil auf der Obstwiese. Im Gegensatz zum Theorieteil, welcher zumeist als Frontalunterricht gehalten wird, wird bei den praktischen Kursinhalten die Mitarbeit der Kursteilnehmer gewünscht. Deshalb diskutierten die Fachwarte die Frage, ob es besser sei selbst zu schneiden oder den Kursteilnehmer schneiden zu lassen. Auch Sicherheitsfragen rund ums Schneiden wurden im Rahmen der Fortbildung angesprochen.

Am Ende der Veranstaltung erhielt jeder Teilnehmer der Fortbildung ein Starterset für einen Obstbaumschnittkurs. Mit den Unterlagen bestehend aus einer PowerPoint Präsentation und einer Kopiervorlage für Handouts, steht dem Anbieten und Abhalten eines Schnittkurses nun nichts mehr im Wege.