Umwelttage

Das Netzwerk der Fachwarte beteiligte sich auch am Programm der Umwelttage des Landkreises Biberach. Am 01.10.2013 bestand für Interessierte die Möglichkeit, in Theorie und Praxis alles zur richtigen Pflanzung eines Obstbaumes zu erfahren. Trotz schönsten Herbstwetters kam nur ein Teilnehmer auf die Streuobstwiese am Biberacher Stadtrand. P1030222  Die beiden Hochstämme, eine Gewürzluike und eine Albecker Butterbirne wurden dann in diesem kleinen Rahmen, in welchen viel Zeit für Fachgespräche vorhanden war, gemeinsam gepflanzt.

Sommerschnitt an bisher ungepflegten Wild-Apfelbäumen

Bei strömendem Regen fanden sich 19 tapfere Fachwarte für eine weitere Fortbildung in Attenweiler ein, um die wilden Apfelbäume fürs Forstamt am Waldrand einmal zu schneiden.
Wirklich sortenecht sind Apfelbäume nur durch vegetative Vermehrung, also durch Veredeln mit einem Original-Trieb oder - Auge.
Vor ca. 20 Jahren aus Apfel-Trester getrieben und ausgepflanzt, wuchsen diese Bäume als "Zufalls-Sämlinge" bisher ohne weitere Pflege. Förster Saiger bat im Frühjahr das Netzwerk um Hilfe, da ihm klar war, dass auch "Wildlinge" bessere Überlebensaussichten haben, wenn sie geschnitten werden.

 TheorieDiesen Aspekt zeigte Netzwerk-Koordinatorin Claudia Klausner ihren Kollegen deutlich auf anhand von zwei mitgebrachten, entlaubten Zweigen: einmal von einem regelmäßig geschnittenen Baum und einer von einem ungeschnittenen.

Am ungeschnittenen Ast hatten gemäß dem Wachstumsgesetz der Spitzenförderung die letzten, äußersten Knospen ausgetrieben, vor allem die Terminal-Knospe, sodass der Trieb kaum verzweigt und hauptsächlich in die Länge gewachsen war.

Der andere Ast war deutlich verzweigter, mit Fruchtholz und Kurztrieben, u.a. sog. "Ringelspießen", garniert.

Diese Reaktion eines Baumes gilt ebenso bei den zu schneidenden Wildbäumen, an denen man außerdem gut sehen konnte, wie ungepflegte Bäume schon in ihrer Jugendphase vergreisen, von innen verkahlen und ihre Ertragszone nach außen und oben wandert.

 
2In kleinen Teams und mit Teleskop-Werkzeug ausgestattet galt es nicht mehr, einen idealen Kronenaufbau nachzuholen, sondern, so weit möglich, ca. 30 % des Astwerks so herauszunehmen, dass die Krone wenigstens wieder "luftiger" wurde und auch im Inneren in Zukunft wieder mehr Licht und Sonne ankommen kann.

 

 

 

OS SCHPKT-FörderungWeiteres Augenmerk hatten die Fachwarte dabei auch auf Überbauungen und abgetragene Äste, die durch "Oberseitenförderung" bzw. "Scheitelpunktförderung" neue fortführende Triebe in etwa im 45°-Winkel nach oben gebildet hatten.

Auf solche konnten diese langen Äste aufgeleitet und dabei gleichzeitig eingekürzt werden, so dass ihre Wüchsigkeit erhalten bleibt und der Baum insgesamt gleichzeitig eine Verjüngung erfuhr.

 

An einem Baum konnte sogar ein in alten pomologischen Büchern beschriebener "Abdeckschnitt" versucht werden. Der Halbstamm-Habitus dieses Baumes wurde dabei zugunsten eines vorteilhaft zum Hochstamm gewachsenen ehemaligen "Wassertriebes" aufgegeben. Hier konnte dann entsprechend der Mitteltrieb von Konkurrenz befreit und neue Leitäste bestimmt werden.

Nachdem die 23 Bäume an der Nord-West-Seite des Waldes geschnitten und die Fachwarte durchnässt waren,
wartete bei Fachwartin Elisabeth Dobler, die angesichts des Wetters dankenswerterweise ihren Schuppen
freiräumte, in Hofen ein zünftiges Vesper zur Belohnung auf die fleißigen und wissbegierigen Fachwarte und
weiterer fachlicher aber auch persönlicher Austausch seinen berechtigten Platz fanden.

Fachwartfortbildung in der Baumschule Haid

gigeles 2013 071  17 interessierte Fachwarte und Fachwartinnen nutzten die Möglichkeit auf dem Acker der Baumschule Haid das Okulieren zu erlernen. Martin Halder erklärte und zeigte den Fachwarten wie Obstgehölze und Rosen in einer Baumschule veredelt werden. Dieser Einblick in die Baumschularbeit vermittelte den Fachwarten sehr anschaulich, wie aufwändig die qualitativ hochwertige Anzucht von Obstgehölzen ist. Die Auswahl der geeigneten Unterlagen und die weiteren Arbeitschritte nach einer erfolgreichen Okulation, waren weitere interessante Themen. Die Fachwarte durften ihr theoretisch erworbenes Wissen gleich praktisch anwenden und die Apfelsorte Ontario in Unterlagen okulieren.

Sommerschnittkurs in Otterswang

Vergangenen Freitag fand die Fachwartfortbildung Sommerschnitt in Otterswang bei Bad Schussenried statt. Auf der selbigen Obstbaumwiese fand schon der Winterschnittkurs statt. 20 Fachwarte und Fachwartinnen kamen trotz Badewetters. Einige der Kursteilnehmer hatten schon beim Winterschnitt geschnitten und gesägt. Für sie war von großem Interesse, wie die Bäume auf den Schnitt reagiert hatten. Den größten Teil der Teilnehmer stellte der 4. Fachwartkurs, welcher kurz vor der Abschlussprüfung steht.

sommerschnitt131 037 Bevor es auf die Leitern ging, gab es eine theoretische Einführung: Sommerschnitt und Juliriss. Vorzüge, Ausführung und auch Grenzen dieser Methoden. Ein weiterer wichtiger Informationsteil war das Thema Pflanzenschutz: Feuerbrand, Monilia... wie kann man zwischen den beiden Krankheiten, mit den zum Verwechseln ähnlichen Symptomen unterscheiden. Da beides vorhanden war, hatten die anwesenden Fachwarte die Gelegenheit die unterschiedlichen Symptome, Merkmale zu studieren und konnten selbst die Unterscheidung zwischen Monilia und Feuerbrand üben.

Trotz der hochsommerlichen Temperaturen wurde fleissig gerissen, geschnitten und gesägt, so dass sich alle ein gemütliches Vesper im Schatten der Apfelbäume verdient hatten.