Herbstmarkt 2014

Jahrhundertwetter beschert dem Herbstmarkt einen Besucherrekord

 

Das Netzwerk der Fachwarte hatte sich für die Besucher mit heißem Apfelpunsch gegen die gewohnte, herbstliche Kälte gewappnet,
der aber trotz den ungewöhnlich warmen Temperaturen schmeckte und abends restlos leergetrunken war.

 

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SolardörrerAuch das Thema Mosten und Dörren stieß auf reges Interesse bei den Besuchern: mit der Demonstration durch Elektro- und Solardörrer wollte das Netzwerk an diese Methode erinnern, eigenes Obst haltbar zu machen oder einfach in anderer Form zu genießen. Unterstützt durch die Ausrüstung und das Personal der Fruchtsaftkelterei Thomas Bentele konnte auch den Saft- und Mostliebhabern das Konservieren mit Schwimmdeckel- bzw. Druckfass erklärt und wieder näher gebracht werden.

 

 

RollblitzDer Erntehelfer "Roll--Blitz" war der Renner und ein Riesenspaß v.a. bei den Kindern, die unzählige Male den Obstkorb leerten, um die Äpfel wieder aufzurollern.
Auch im Ziegelstadel drängten sich die Besucher durch die wieder beeindruckende Obstsorten-Ausstellung und fanden am Ende den Stand des Netzwerks, wo neben Büchertisch und wie gewohnt vielen nützlichen Informationen für Obstbaumbesitzer, die Fachwarte für Gespräche, Beratung und Fachsimpelei bereit standen. Dabei waren Streuobstwiesenbesitzer, die für die Aktion "SOS Streuobstwiese" des Netzwerks in Frage kommen, einige Interessierte füllten auch gerne den Fragebogen über ihre Obstbäume aus - der übrigens auch hier auf der homepage als Download verfügbar ist und ausgefüllt Rückschluss auf den Zustand und die Zukunft der Obstbäume im Landkreis geben soll. Ziegelstadel1
Großen Zuspruch erfuhren die Apfel- und Birnenschnitze zum Probieren, von Sorten und eigenen Streuobst-Bäumen der Fachwarte. Nach dem bloßen Besichtigen der vielen Sorten der Ausstellung bekommt man halt Appetit und speziell die alten Sorten unserer Gegend waren enorm nachgefragt und fänden der Resonanz zufolge auch regelmäßige Käufer.

 

Kirschen-Lehrfahrt zum Hofgut Hügle

Bericht kleinMehr über den professionellen Kirschenanbau zu erfahren, war an diesem Samstagnachmittag das Ziel der 18 Fachwarte. Einen Profi dafür hatte das Netzwerk in Dr. Wolfgang Hügle in RV-Bottenreute gefunden, der die FWe begrüßte und bereitwillig die Fragen nach Sorten, Pflanzung, Pflege etc. beantwortete. Seine Empfehlung dabei: je rauer die Lage umso stärker sollte die Veredlungs-Unterlage gewählt werden.

Anschließend führte er die Gruppe in die Plantagen, wo Mitarbeiter das Foliendach einholten, da die Kirschenernte zu Ende war. Pflanzabstand und Baumgröße, Erziehungsform und Schnitt standen jetzt im Mittelpunkt der Betrachtung und v.a. auch der Tat, denn nun durfte wer wollte, es Herrn Hügle nachmachen, die Bäume in der typischen Pyramidenform zu schneiden. Die Erziehungs-Art war den Fachwarten dabei von der Lehrfahrt zur Apfel-Spindelanlage während der Fachwart-Ausbildung nicht ganz unbekannt.

Anders als der Obstbaum im Hausgarten oder der Hochstamm auf der Streuobstwiese, haben Bäume im Erwerbs-Obstbau eine geringere Standzeit, d.h. sie werden nach den ertragreichsten Jahren gerodet und durch eine Neuanpflanzung ersetzt. Dabei müssen alle Faktoren stimmen, dass sich diese hohen Investitionen auch lohnen, u.a. für ein Foliendach, das für einen wirtschaftlichen Kirschenanbau selbst in der Bodensee-Region nötig ist. Der Käufer verlangt feste und große, natürlich immer makellose Früchte. Wer also beim Einkauf auf dem Wochenmarkt bei den Kirschenpreisen schon mal leer geschluckt hatte, wusste nun, welche Kosten damit über Jahre hinweg wieder eingefahren werden müssen.

Mit einem anerkennenden Applaus bedankten sich die Fachwarte für die interessante Führung bei Dr. Wolfgang Hügle und läuteten bei angenehm sommerlichen Temperaturen den Feierabend auf der Terrasse der Hügle-Gastronomie ein.

Attenweiler-die Fortsetzung

Am letzten Juli-Wochenende fand die Fachwart-Fortbildung Sommerschnitt bei Attenweiler statt.

Schon letztes Jahr wurden dort im Rahmen einer Fachwartaktion Apfel-Sämlinge geschnitten.

Auch diesmal gab es noch völlig wilde Bäume zum schneiden. Vor 20 Jahren bekamen die Trester-Sämlinge einen einzigen Schnitt und durften dann wachsen wie sie wollten.

Ein Teil der Fachwarte war schon beim ersten Mal dabei. Für sie war es besonders spannend zu sehen, wie sich die Bäume, welche im letzten Jahr geschnitten wurden, entwickelt haben.

Gut die Hälfte dieser Bäume kam in den Genuss einer weiteren Pflegemaßnahme. Dies war auch dringend notwendig, da sie teilweise viele junge und kräftige Triebe hatten.

Streuobsttage: Biene und Jakob- der Schöne vom Oberland und die süße Verführung

Dieses Jahr fanden erstmals die "Streuobsttage" statt.

Die Streuobsttage sind ein 14-tägiger Aktionszeitraum, welcher das Ziel hat die Bevölkerung für das Thema Streuobst zu sensibilisieren. An den Streuobsttagen beteiligen sich Intitiativen, Vereine, Verbände und Einzelpersonen aus vier Bundesländern: Baden Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Mehr Informationen unter: www.streuobsttage.de

Das Netzwerk der Fachwarte beteiligte sich an den Streuobsttagen mit einer geführten Streuobstwiesenwanderung.

Geplant war, dass man sich in Ingerkingen an der Baumschule Haid trifft und dann gemeinsam nach Grafenwald wandert. Jedoch spielte das Wetter nicht wie geplant mit. So wurde improvisiert und alle Teilnehmer trafen sich in Grafenwald zu einer verkürzten Rundwanderung. Während der Wanderung wurde in drei Obstgärten Halt gemacht und die Teilnehmer erfuhren von den Wanderführerinnen Wissenswertes über das Kulturbiotop Streuobstwiese.

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Die Dipl. Biologin Nicole Sonntag vom NABU Biberach erklärte den Zuhörern welchen Artenreichtum die Streuobstwiesen heherbergen. 

Den Informationsteil zum Obstbaufachlichen und Kulturgeschichlichen Hintergrund des Streuobstbaus übernahmen Mitglieder des Netzwerkes.

Im Anschluß ging es zur Hobbyimkerei Kästle. Dort war nicht nur für das leibliche Wohl gesorgt, sondern es gab auch als weiteres Highlight Imkereiführungen.

Auch wenn es an diesem Tag regnerisch war, alle angemeldeten Teilnehmer kamen nach Grafenwald.

Das Netzwerk hat nicht mit so viel Interesse gerechnet und mußte aufgrund der begrenzten Räumlichkeiten in Grafenwald, schon im Vorfeld vielen Interessierten absagen.