Spindelschnitt für Fortgeschrittene

Auch wenn es im Landkreis Biberach keinen Erwerbsobstbau gibt, ist der Schnitt von Obstbaumspindeln ein Thema für immer mehr Fachwarte. Auf den oft kleinen Grundstücken sind kleinkronige Obstbäume die einzige Möglichkeit selbst Obst anzubauen.

Sechs Fachwarte nahmen die Einladung der Fachwartvereinigung Böblingen zur Fachwartfortbildung Spindelschnitt für Fortgeschrittene an. Und so fuhren sie schon frühmorgens nach Schafhausen bei Weil der Stadt. Schon die Anreise in den Landkreis Böblingen war beeindruckend: das Streuobstparadies blüht! Die Hänge und Täler der Landkreise Reutlingen, Tübingen und Böblingen sind übervoll mit tausenden von blühenden Obstbäumen.

Die Fachwartfortbildung fand auf der 3,4 ha großen Gemeinschaftsanlage in Schafhausen statt. Der Böblinger Kreisfachberater Manfred Nuber beeindruckte die Biberacher Besucher mit seinem enormen Obstbau-Fachwissen: nicht nur der Schnitt und die Anzucht von Obstbaumspindeln, sondern auch viel Wissenswertes  zu den Themen Pflanzenschutz, Baumbiologie, Bodenmüdigkeit, Winterruhe ="Frostchill" wurden ausführlich besprochen.

Neben dem Kurzholzschnitt wurde auch der neue auf der Laimburg entwickelte Langholzschnitt besprochen und geübt. Ein weiteres Thema war die Durchbrechung der Alternanz durch einen speziellen Schnitt.

Nach dem Mittagessen konnte man noch weiterschneiden. Dies nutzen die Biberacher Fachwarte noch sehr gerne und konnten so ihr neu erworbenes Wissen,beim gemeinsamen Schneiden mit den Böblinger Spindelprofis Manfred und Bruno beim Schnitt von Apfel- und Birnenspindeln verfestigen.

Auf der Heimreise waren sich alle einig, dass sich die weite Reise gelohnt hat!

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Fachwartfortbildung Jungbaumschnitt

Damit aus einem Bäumchen ein stattlicher, schöner Obstbaum wird, ist ein regelmäßiger Erziehungsschnitt Pflicht.

Der Erziehungsschnitt ist die Fortsetzung des Pflanzschnittes. Mit ihm wird die künftige Kronenstruktur gefestigt und stabile Leitäste aufgebaut. Der Erziehungsschnitt ist nach 5-8 Jahren abgeschlossen.

Um diese,  die warscheinlich anspruchsvollste Schnittart, gemeinsam zu üben, kamen 20 Fachwarte auf eine Streuobstwiese in Eberhardzell. Die Bäume wurden im Herbst 2010 vom 2. Fachwartkurs gepflanzt.

Der erste Schritt beim Obstbaumschnitt ist immer die Beurteilung des Baumes:

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Obwohl die Bäume 2010 in einen Drathkorb aus unverzinkten Draht gepflanzt worden waren, um sie vor Wühlmausfraß zu schützen, war ein nicht unerheblicher Teil der Jungbäume aufgrund der abgenagten Wurzeln, eingegangen bzw. kurz davor.

Der Drahtkorb war im Laufe der Jahre vollständig verrottet und konnte die Bäume nicht mehr vor dem Schädling schützen.

Die anderen Bäume wurden von den Fachwarten in Kleingruppen fachgerecht geschnitten, so dass sie die Chance haben, zu ansehlichen Obstbäumen heran zu wachsen.

 

Fachwartfortbildung Winterschnitt

Inzwischen ist es schon beinahe eine Tradition, die jährliche Fachwartfortbildung Winterschnitt.

Als Übungsobjekt stellte einer unserer Fachwarte, uns seinen gepflegten Obstgarten mit gut 30 jährigen Bäumen zur Verfügung.

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Als theoretischen Input vor dem praktischen Teil wurden die Grundregeln für eine gute Wundheilung: Entlastungsschnitt, Sägen auf Astring, Schnittführung , die Grundregeln des Ableitens und auch die Grundzüge der Baumbiologie nochmals besprochen.

In unmittelbarer Nähe des Obstgartens stehen zwei vollig ungepflegte Obstbäume auf einer Ausgleichsfläche, diese beiden Exemplare waren geeignete Objekte für einen fachgerechten Sanierungsschnitt.

Im Obstgarten war dannn ein Überwachungs- bzw. Erhaltungsschnitt gefragt: die maßvollen Entnahme von älteren Fruchtholz mit dem Schnittziel ruhige und gesunde Bäume mit hoffentlich guten Erträgen.

Reisen bildet

Austausch, Vernetzung, neue Eindrücke, neue Perspektiven. Mit diesen Zielen machten sich am Samstagmorgen in aller Frühe acht Fachwarte auf den weiten Weg in den Zollernalbkreis nach Balingen-Heselwangen.

Der dortige Kreisfachberater Markus Zehnder hatte die Biberacher Fachwarte zu gemeinsamen Schneiden eingeladen, mit den Fachwarten des Zollernalbkreises im Rahmen einer Obstbaumpflegeaktion.

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Der Zollernalbkreis ist zurecht ein Teil des Schwäbischen Streuobstparadieses www.streuobstland-alb-neckar-rems.de: Obstbäume soweit das Auge reicht. Auch die Streuobstwiese oberhalb von Heselwangen hatte beeindruckende Ausmaße: 600 Obstbäume, der größte Teil davon sind Altbäume. Aber auch im vergangenen Jahr gepflanzte Jungbäume mit bei uns unbekannten Sorten, wie die Muskatellerluike und Fraas Sommerkalvill sind hier zu finden. Schon seit 2009 pflegen die Fachwarte diese, damals sehr sanierungsbedürftige Streuobstwiese.

Während ein Teil der Biberacher Fachwarte sich die Vor- und Nachteile des Umkehrschnittes, sowie die Oeschberg-Kronenerziehung erklären lies, zog die andere Hälfte mit ihren Balinger Kollegen los, um die markierten Bäume zu pflegen.

Beeindruckend war auch der Schnitt von sehr hohen, noch ungepflegten Obstbäumen durch die Baumkletter, welche in der Seilklettertechnik ausgebildet sind.

 Beim gemeinsamen Schneiden wurde nicht nur über den richtigen Schnitt gesprochen, sondern auch die Förderung der Streuobstwiesenpflege und die Schwierigkeiten bei der Umsetzung dessen, war ein Thema.

Die Landkreise des Streuobstparadieses sind in diesem Bereich sehr innovativ und reich an Erfolgsmodellen.

Life+, Plenum, Vogelschutz, Pflegevereinbarungen,Ökopunkte,Pflegerichtlinien, EIP (Europäische Innovationspartnerschaft), Kartierung der Streuobstbestände, Natura-Gebiete... Das ist nur ein Teil dessen was an Hintergrundinformationen und neuen Ideen von den Biberacher Fachwarten mit nach Hause genommen wurde.